Avatar – Kolonialer Antikolonialismus

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Postkoloniale Kritik oder kolonialer Blick?

Avatar von James Cameron war zur Premiere 2009 und ist nach wie vor ein weitgehend unumstrittener Film und gerade deshalb skandalös. Über 2,7 Milliarden US-Dollar Einspielergebnis, zahllose Fangemeinschaften und nicht zuletzt das Kritikerlob stehen einer marginalen Gruppe von Spaßverderbern gegenüber, die sich entweder als Tabak-Gegner oder Evangelikale ideologisch nicht repräsentiert fanden oder als Filmkritiker an der mangelnden Originalität des Drehbuchs störten. Nur selten wurde man der von Siegfried Kracauer formulierten Aufgabe des Filmkritikers, „die in den Durchschnittsfilmen versteckten sozialen Vorstellungen und Ideologien zu enthüllen und durch diese Enthüllungen den Einfluß der Filme selber überall dort, wo es nottut, zu brechen“, (Kracauer 1932) gerecht. Hanns-Georg Rodek, Die Welt, meinte etwa, die Geschichte „könnte in ihrer antikapitalistischen Moral zusammen von Michael Moore und Greenpeace verfasst worden sein.“ Unter wenigen erkannte Josef Joffe, Herausgeber der ZEIT, „eine herablassende, ja rassistische Botschaft.“ Cameron selbst, Weiterlesen

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