Mr. Bean – Eine tragikomische Serie?

Ein komischer Stummfilm? Rowan Atkinsons Mr. Bean ist die vielleicht populärste Stummfilm-Serie der 80er und 90er Jahre. Es gibt keinen Wortwitz, keine flapsigen Sprüche und wenn sich der Mund überhaupt einmal zum Sprechen bewegt, verstehen wir meist kein Wort. Die Komik von Mr. Bean fußt allein auf die unverwechselbare Gestik und Mimik, die sich in verschiedensten Ausprägungen so oft wiederholt, dass nahezu alle Bewegungen als Running Gag verstanden werden können. Auch bestimmte Handlungselemente kommen häufig vor: der unbeantwortete Wettstreit und das Überbieten-Wollen, die übersteigerte Reaktion auf Probleme, die sich schlussendlich als Scheinprobleme entlarven und viele mehr. Doch was sagt diese ständige Wiederholung in allen Hinsichten über die Serie, was über den Zuschauer aus? Ist der Zuschauer so anspruchslos, stets über geringfügig variierte Konstellationen lachen zu können? Oder ist Mr. Bean vielleicht mehr als die Filmfigur, über die wir uns amüsieren können? Hat er gar Verweischarakter? Das alles führt zu der zentralen Frage, welche die Serie ganz bewusst ausklammert: Wer ist Mr. Bean überhaupt? Weiterlesen

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Jagdszenen aus Niederbayern – Kritik eines Schweinesystems

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Der Lieblingsfilm von Michael Haneke?

Durchforstet man das Internet nach den Lieblingsfilmen von Michael Haneke, wird einem schnell Peter Fleischmanns Dramenverfilmung Jagdszenen aus Niederbayern angeboten. Und auch in diversen Kritiken zu Hanekes Das Weiße Band, der die Marke Haneke auf eine breitere Bühne brachte, findet man den Verweis auf den Fleischmann-Film von 1969. Dass es der Lieblingsfilm des Österreichers sein soll, muss Gerücht bleiben. Zahlreiche Parallelen in Hanekes Werk zu den Jagdszenen lassen sich nichtsdestoweniger feststellen.

Am deutlichsten treten diese freilich im erwähnten Das Weiße Band zutage. Schon der Verzicht auf Farbe, so sehr das selbst Stilmittel sein mag, erinnert an den Fleischmann-Film, ebenso die dörfliche Idylle, deren zusammenhaltendes Fundament sich als weit weniger idyllisch erweist als noch der äußere Schein, wenngleich die beiden Dorfgemeinschaften in der Art der inneren Zersetzung und in ihrer Darstellung merklich auseinandergehen. Es geht aber über Das Weiße Band hinaus: Weiterlesen