Top 5 – Die besten Filme 2016

Wo viel Schatten ist, ist – manchmal – starkes Licht. So auch im inzwischen vergangenen Jahr. Nach meiner Flop 5 der schlechtesten folgen hier die fünf besten Filme im Kinojahr 2016:

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Flop 5 – Die schlechtesten Filme 2016

Es gibt viele schlechte Filme. Erst kürzlich sah ich zum ersten Mal Bridget Jones und musste mir anschließend – zur Erholung von diesem Reinfall – noch Dirty Dancing ansehen. Bridget Jones ist kein guter, aber auch kein besonders schlechter Film, ein bisschen nervig vielleicht, aber gewiss nicht ärgerlich. Die folgenden bringen dagegen beides zusammen. Es sind die schlechtesten und aus verschiedenen Gründen für mich besonders ärgerlichen Filme des Jahres 2016:

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Ein Plädoyer für unfaire Filmkritik

Antje Wessels ist eine professionelle Filmkritikerin. Professionell, das heißt: Filmkritik ist ihr Beruf. Deshalb fühlt sie sich besonders qualifiziert dazu, eine gegenwärtige Krise der Kritik und des Kinos zu beschwören und zu analysieren. Sie holt aus zu einem Rundumschlag gegen all diejenigen Vertreter der Zunft, deren Schreiben nur dazu diene, „sich selbst zu profilieren“, oder die „lediglich beweisen möchte[n], wie anspruchsvoll [ihr] eigener Filmgeschmack ist“. Ihr Plädoyer: Filmkritik muss fair sein. Und Fairness bedeutet für Antje Wessels, objektiv zu urteilen und dem Publikum gerecht zu werden, anstatt nur Verrisse als Ventil für den Frust über das eigene Versagen im Leben zu schreiben und den Machern damit das Leben schwer zu machen. Mit dieser äußerst interessanten Position möchte ich mich im Folgenden in Form einer kleinen Stellenlektüre beschäftigen, denn Antje Wessels schreibt auch, dass sie „für jede Form der konstruktiven Kritik dankbar“ sei, schließlich sei „kein anderer Berufsstand so unfähig darin, mit Kritik umzugehen, wie derjenige, der sein Geld damit verdient, andere zu kritisieren.“ Ich spare dabei den langen ersten Part über ihren Werdegang und die griesgrämigen Kollegen aus und beginne gleich mit ihrer Theorie der Filmkritik. Ich bitte darüber hinaus um Verzeihung, dass ich der Forderung eines konstruktiven Feedbacks ohne polemische und ironische Spitzen nicht nachkommen kann, da mein Begriff von Kritik ein anderer ist, wie sich noch zeigen wird. Weiterlesen

Das Partikulare und das Universale in ‚Suffragette‘

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Quelle: Telegraph

Am 12. Dezember 2015 durften Frauen in Saudi-Arabien erstmals an den Wahlen teilnehmen. Zwei Monate später startete mit Suffragette ein Film in den deutschen Kinos, der von der englischen Frauenrechtsbewegung um 1912 erzählt. Nun kann der Blick in die Vergangenheit gegenwartsdiagnostisches und selbstkritisches Potenzial entfalten. Doch allzu gern gefällt man sich dabei, Lorbeeren an diejenigen Filme zu verteilen, die sich eines solchen Zugriffs verweigern und brav die Lösung von Konflikten längst vergangener Zeiten zelebrieren, ohne dabei geschichtlich wirksam zu werden. So ist das Problem von Sklaverei und Rassismus in 12 Years a Slave abgehakt, wenn sich der schwarze Sklave nur gut genug in sein Arbeitsumfeld einfindet, um dann von einem weißen Messias errettet werden zu können. The Danish Girl überführt eine konfliktreiche und subversive Geschichte in steriles und bieder-heterosexuelles Wohlfühlkino, das Diskriminierungserfahrungen nicht kennt und den psychiatrischen Normalismus als Gag verkauft. Der große medizinische Diskurs, der bis in die Gegenwart von zentraler Bedeutung ist, und somit als aktueller Bezug taugen würde, wird nicht verhandelt. Historisiert und entpolitisiert können diese ursprünglich sehr interessanten Stoffe bestenfalls rühren, aber nichts mehr bewegen. Dasselbe ließ auch die Werbekampagne von Suffragette befürchten. Weiterlesen

Die gefährlichen Männer. Ist ‚Nymphomaniac’ rassistisch?

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Quelle: Variety

Sex without communication. Joe hires a translator “of African languages” to fuck a black refugee from the streets. Him and his buddy argue over who gets to enter which hole while their enormous erections frame Joe’s face before being called “the Negro brothers”. No, some words, like “negro” shouldn’t be erased from language, Joe says. Neo-colonial, ultra racist bullshit, so offensive it made me want to puke.

Quelle: Indiewire

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DOPE und das Scheitern der Kritik

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Quelle: Beverly Press

Der prominent von Pharrel Williams beworbene und produzierte Dope erzählt eine Geschichte vom Überwinden der Klassengrenzen, von den Gefahren der ‚Hood’, von Drogendeals und Schießereien, eine Coming of Age-Story über jugendliche Wünsche und Ängste, 90er-Klamotten und 90er-Hip Hop. Auf rassistische Strukturen unter anderem im Bildungswesen möchte man hinweisen, die deterministische Milieukonstellation aufbrechen, aber nicht schullehrerhaft, sondern gewitzt, rasant und komisch statt tränenreich und dröge. Dass jedoch guten Vorsätzen nicht immer die gewünschten guten Taten folgen, trifft leider nicht nur auf sektselige Versprechungen des Silvesterabends zu, sondern auch auf den neuen Film von Rick Famuyiwa. Weiterlesen

Dichtung und Wahrheit in ‚Mr. Holmes‘

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Mit der Lupe statt der Zeitlupe

Noch 2011 sahen wir in Sherlock Holmes – Spiel im Schatten einen durchtrainierten, flink kombinierenden Superdetektiv, der in – wenngleich kaum eleganter – James Bond-Manier Verfolgungsjagden, Explosionen und Schießereien mühelos überstand. Nur vier Jahre später, zu Weihachten 2015, ist Holmes 50 Jahre älter, leidet an Demenz und züchtet Bienen in der Einöde. Weiterlesen